01.07.2026
2026 UNSER OBERPERFUSS Theaterherbst

bühne.oberperfuss – Wie Wurst ist uns die Wurst?
Thomas Kuen über Grill-Diplomatie und die Tücken von „Allfälliges“Oberperfuss – Eigentlich ist es ja „wurst“, könnte man meinen. Die Jahreshauptversammlung eines Tennisclubs neigt sich dem Ende zu, die wichtigen Gesprächsthemen sind abgehakt. Doch unter dem berüchtigten letzten Tagesordnungspunkt „Allfälliges“ bricht in der Herbstproduktion der bühne.oberperfuss das Chaos aus. Regisseur Thomas Kuen bringt mit „Extrawurst“ eine der erfolgreichsten Komödien der Gegenwart auf die Bühne. Wir haben mit ihm über rauchende Köpfe und die Tücken der Vereinsmeierei gesprochen.
Thomas, „Extrawurst“ gilt aktuell als eine der beliebtesten Komödien im deutschsprachigen Raum. Was hat dich an diesem Stoff so fasziniert?
Thomas: Das Stück ist ein Geniestreich des Autoren-Duos Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Die beiden kommen aus der Comedy-Oberliga und haben unter anderem für „Stromberg“ geschrieben. Es ist eine punktgenaue Satire über uns alle, die harmlos ganz am Ende einer Mitgliederversammlung beginnt und innerhalb kürzester Zeit zur totalen Abrechnung mit unserer Diskussionskultur eskaliert. Jeder im Publikum wird jemanden kennen, der genau so ist wie die Figuren auf der Bühne.
Ohne zu viel zu verraten: Wie wird ein harmloser Tagesordnungspunkt zum Flächenbrand?
Thomas: Der Aufhänger ist ein banaler Grillkauf. Eigentlich nur eine Formsache unter „Allfälliges“. Doch dann kommt die Frage auf: Darf das türkische Mitglied des Vereins seine Grillwurst eigentlich auf denselben Rost legen wie die anderen? Was als gut gemeinte Geste beginnt – nämlich die Idee, einen eigenen Grill für ihn anzuschaffen – reißt innerhalb kürzester Zeit tiefe Gräben auf. Plötzlich geht es um Integration, Religion und die Frage: „Darf man das heute überhaupt noch sagen?“ Die Autoren verpacken diese Themen so, dass man aus dem Lachen kaum herauskommt, während sich der Verein vor den Augen der Zuschauer zerlegt.
Wie sieht eure aktuelle Probenarbeit aus?
Thomas: Die Proben sind intensiv und unglaublich lustig. Wir konzentrieren uns voll auf die Dynamik. Das Stück lebt von Wortgefechten, die wie Ping-Pong-Bälle hin und her fliegen – eben genau wie beieiner Sitzung, die völlig aus dem Ruder läuft. Wir feilen an jedem Halbsatz, damit die Pointen im Herbst sitzen. Die Stimmung im Team ist hervorragend, die Vorfreude auf die Premiere riesig.Die Stückauswahl bei euch wirkt oft sehr zeitgemäß.
Wie seid ihr auf diesen Titel gekommen?
Thomas: Wir suchen immer nach Stoffen, die den „Nerv der Zeit“ treffen. „Extrawurst“ war da Liebe auf den ersten Blick. Es passt perfekt zu unserem Anspruch, qualitativ hochwertiges Theater im Dorf zu zeigen, das zum Nachdenken anregt, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben und das Publikum zu „überfordern“.
Wann fällt der Startschuss für diesen besonderen Theaterherbst?
Thomas: Im Oktober geht es los. Mein Tipp: Schaut regelmäßig auf unsere Homepage. Wer zu spät kommt, für den ist die „Wurst“ sprichwörtlich schon weg!
Danke für die spannenden Einblicke. Wir sind sehr gespannt, wie viel Zündstoff unter „Allfälliges“ wirklich steckt und freuen uns auf die Premiere im Oktober.
Wir wünschen dir und dem gesamten Team der bühne.oberperfuss viel Erfolg!